Führungsphilosophie (Beispiel)

Führung, das ist Erläuterung der Aufgabe (Suworow | 1729-2800)

Mitteilung für die angehörigen des Batallion xy

1 Ziel
Ein Ziel, eine Aufgabe, eine Führungsphilosophie!

2 Einführung
Als Kommandant des Bat xy, bin ich stolz, die Führung dieses Bataillon übernehmen zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass wir als geschlossene Truppe alle an uns gestellten Ziele erfolgreich erfüllen können. Folgend will ich Ihnen meinen Führungsstil sowie meine Erfolgsansichten etwas näher bringen.

Die folgenden Gedanken fassen die wichtigsten Merkmale im Bereich Absicht, Zielerreichung und Erwartung zusammen. Ich will transparent sein. Die folgenden Gedanken richten sie sich an alle AdA des Spitalbataillons 5. Vom Soldaten bis zum Kommandanten

3 Motto
Zusammenkommen ist ein Beginn
Zusammenbleiben ein Fortschritt
Zusammenarbeiten ein Erfolg

4 Unser Bataillon ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

5 Die Ausbildung
Eine schwierige Ausbildung ist wie ein Gummiband. Es kann lang (angespannt), aber auch kurz (entspannt) sein. Die Länge bleibt aber immer die gleiche! Nutzen wir deshalb unsere persönlichen, individuellen Fähigkeiten, versuchen autonom zu werden und gemeinsam zu arbeiten, um trotz allen auftretenden Schwierigkeiten das Problem anzugehen und so auch das Schwierige zu lösen. Wir geben unser Bestes und engagieren uns, Lösungen zu finden und nicht, um Gründe zu suchen, die alles bekämpfen. Wir sind immer bereit gemeinsam das Beste zu geben!

6 Meine Führungsphilosophie in 12 Punkten

  • 6.1 der Führungsstil;
  • 6.2 die Werte und Ethik;
  • 6.3 die Ausbildung;
  • 6.4 die Gleichheit;
  • 6.5 die offene Tür-Politik;
  • 6.6 der Dienstbetrieb;
  • 6.7 die Umwelt;
  • 6.8 die Kosten
  • 6.9 die Belohnungen und die Strafen;
  • 6.10 die Sicherheit;
  • 6.11 die physische Schulung;
  • 6.12 die Disziplin.

6.1 Der Führungsstil
Ich will meinen Führungsstil über alle Stufen hinweg festigen. Mit Disziplin, vorausschauender Planung und anschaulichen Beispielen zusammen ans Ziel kommen.

Eine motivierende und erfolgreiche Führung braucht Transparenz, Verständnis aber auch Härte. Deshalb erwarte ich auf allen Stufen, vom Soldaten über die Unteroffiziere bis zu den Offizieren: VORBILD sein!

Vorausdenken
Wir wollen nicht kurzfristig denken, sondern langfristig. Wir können unsere Aktivitäten planen, wir können frühzeitig Friktionen erkennen, wir wollen miteinander kommunizieren, wir denken immer in Varianten und wir bleiben flexibel.

Prioritäten
Nachdem wir vorausgedacht haben, geht es daran Prioritäten zu setzen, einen Zeitplan zu erstellen und mit Reserve den Auftrag zu erledigen.

Agieren
Agieren statt reagieren. Wir warten nicht bis das Problem eintritt, sondern wir agieren frühzeitig. Jeder wichtiger Schritt ist besprochen, bewertet und die Konsequenzen für den nächsten Schritt sind überdacht. Vorausdenken, priorisieren und agieren! So handle ich. Das gleiche erwarte ich von euch allen.

6.2 Die Werte und Ethik
Loyalität, Pflicht, Respekt, selbstloser Dienst, Ehre, Integrität und persönlicher Mut sind unsere unverzichtbare Werte. Diese Werte sollen uns und anderen Leuten gleichzeitig aufzeigen, wer wir sind und für was wir einstehen. Diese Gedanken sind Teile unsere Ethik.

6.3 Die Ausbildung, Planung und Führung

Ausbildung, Planung
Ausbildung zu planen heisst gezielt Inhalte neu einzuführen oder Wissen zu wiederholen, Standards festzulegen und aussergewöhnliche Situationen zu üben. Den Chefs sage ich: Warten sie nicht bis zum Schluss um zu kritisieren. Nehmen sie Einfluss. Agieren sie anstatt zu reagieren. Synchronisieren sie ihre Kader (Kaderausbildung), lassen sie dann die Truppe im Verband üben und dann kontrollieren sie die Resultate! Wir wollen uns im Verband trainieren in jeder möglichen oder unmöglichen Variante.

Führung
Führen ist eine tagtägliche Aktivität. Sie beginnt bei der Tagwache und endet mit dem Lichterlöschen. Jede Aktivität ist geführt. Jedes Fehlverhalten wird konsequent behandelt. Die Sicherheit aller Unterstellten ist unsere oberste Priorität. Darin müssen wir kompromisslos sein. Die Befehle sind zu erteilen, zu kontrollieren und wo nötig mit der angemessenen Härte und Konsequenz durchzusetzen.

6.4 Die Gleichheit
Alle AdA’s werden im Rahmen des Auftrages ihre eigene Arbeit und ihren Beitrag zum Gesamtwohl der Einheit leisten und gleich behandelt.

6.5 Die offene Tür-Politik
Der Dienstweg ist zu respektieren.

Bei dringenden persönlichen Anliegen und Problemen haben Sie natürlich die Möglichkeit, direkt an die Chefs zu gelangen. Versuchen Sie aber bereits vor der persönlichen Unterredung mit den Chefs, sich selbständig mögliche Lösungen/Alternativen betreffend Ihren Problemen zu überlegen. Jedes Problem hat eine angemessene Lösung.

6.6 Der Dienstbetrieb
Sie können die beste Ausbildung vorbereiten und die beste Ausbildung durchführen. Aber ohne gute Verpflegung, ohne einen gerechten, durchgemachten, strengen, klaren und konsequenten Dienstbetrieb werden sie nur Probleme kriegen. Als Kader müssen wir keine Angst haben auch in diesen Bereich klare Regeln festzulegen. Ich werde einem besonderen Akzent auf den Dienstbetrieb legen. Die vorgegebenen Zeiten müssen respektiert werden, die zuständigen Kader müssen sich konsequent durchsetzen.

6.7 Die Umwelt
Die bestehenden Vorschriften und Regelungen werden wie im Zivilleben eingehalten! Alle Abfälle werden korrekt und wenn möglichst getrennt entsorgt. Abfälle, inklusive Zigarettenkippen werden nicht achtlos weggeworfen oder unüberlegt liegengelassen. Wir versuchen Ökonom zu planen und zu handeln.

6.8 Kosten
Die Kostenkontrolle hat auch im Militär Einzug gehalten. Deshalb will ich versuchen alle unnötigen Kosten und die Verschwendung von Material zu vermeiden.

In diesen Bereichen erwarte ich eine Mittragende Sensibilität.

Unnötige Fahrten, Verschiebungen, Transporte wie auch übermässiger Materialverbrauch sind zu vermeiden.

6.9 Die Belohnungen und die Strafen
Wenn trotz alle Bemühungen, und vorsorgliche Führungsgrundsätze, Leute gibt die Vernachlässig oder gegen die Vorschriften handeln, meine Kader sind Verpflichtet wieder Ordnung und Disziplin zu streben.

6.10 Die Sicherheit
Respektieren und beachten Sie die Regeln! Respektieren Sie sich und Ihre Mitmenschen! Seien Sie immer kommunikativ und halten Sie sich für unseren Auftrag bereit.

Der Selbstschutz und die Sicherheitsvorschriften müssen einen hohen Stellenwert einnehmen. Denn: Sicherheit gehört allen!

6.11 Physische Schulung
Eine gute Gesundheit ist wichtig. Deshalb trägt eine Effizienzschulung viel zu einer besseren Gesundheit, physisch wie psychisch, bei.

6.12 Die Disziplin
Eine wesentliche Komponente meines Führungsstils ist die Disziplin. Ich erwarte sowohl von mir, als auch von meinen Unterstellten, ein geordnetes und geregeltes Verhalten.

Disziplin schliesst flexibles Handeln und Vertrauen keineswegs aus. Ich stelle immer wieder fest, dass unseren Unterstellten, an die Chefs grosse Erwartungen haben. Sie verlangen einen klaren Führungsstil, Gleichbehandlung, Erfahrung und Kompetenz, aber auch eine gewisse Dosis Abenteuerlust.

Disziplin im WK bedingt, dass sowohl die Regeln als auch die Konsequenzen festgelegt und offen dargelegt sind. Regeln ohne Konsequenzen sind nutzlos. Es sind grundlegende Werte und Normen, die dabei vermittelt werden. Es geht nicht darum, das soldatische Know-how zu verbessern, sondern die Regeln des Zusammenlebens in einer hierarchischen Gruppe zu prägen. Als Chef muss ich meine Truppe formen, vorbereiten und führen.

Zum Schluss folgendes: Durch Disziplin will man die Selbstdisziplin fördern. Ein Chef, der das erreicht – und damit meine ich Führungskräfte aller Stufen – kann mit seinen Unterstellten hervorragende Arbeit leisten und hohe Ziele erreichen. Es ist unabdingbar, das Gelernte von Zeit zu Zeit wieder zu überprüfen, und wenn nötig, angemessene Konsequenzen folgen zu lassen.

7. Erwartungen

an den Stab
Meine Stabsoffiziere sind meine linke und rechte Schulter. Sie sind meine Berater. Das Produkt muss immer im Sinn des Kommandanten gedacht und vorgeschlagen werden. Mit allen Produkten unterstützen wir die beiden Kompanien. Jede Stabsmitglied hat eine feste Funktion und hält sich jederzeit bereit zusätzliche oder andere Funktionen zu übernehmen.

an die Kompanie Kommandanten
Von den Kompaniekommandanten verlange ich eine tadellose Ausbildungsplanung und einen glaubwürdigen Dienstbetrieb.

an die Offiziere und höhere Unteroffiziere
Von den Zugführern und höheren Kadern erwarte ich jederzeit die Sicherstellung der Disziplin und des Wohls der Truppe

an die Unteroffiziere
Von den Gruppenführern verlange ich das Mitdenken, dass sie ihre Gruppe zum Erfolg bringen und führen.

an die Soldaten
Von den Soldaten verlange ich Selbstdisziplin, Einhaltung der Regeln und ein Miteinander.

8. Sun Tzu sagte: „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen”[1].

Denken Sie daran: Wir können gleichzeitig beides sein, der Freund und der Feind

9 Nur so können wir glaubwürdig Alle zusammen. Vertrauen kommt nicht von alleine. Glaubwürdig zu sein auch nicht. Vertrauen durch Glaubwürdigkeit zu gewinnen ist aber möglich. Es ist nicht immer einfach, aber es ist möglich. Viel Erfolg!

 

KOMMANDANT BATALLION xy
Oberstleutnant xy

 

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[1] Sunzi, Die Kunst des Krieges, 35.

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