Was ich heute meinen geschätzten Lesern vorstelle, ist ein sehr interessanter, spannender und realitätsnaher Artikel der über die Notwendigkeit eines konkreten und effektiven Trainings im Logistikbereich erzählt. Selbstverständlich ist der Inhalt den Schweizer Verhältnissen und Organisationsstruktur anzupassen, obwohl die Grundgedanken auch bei uns passen würden.

Aber. Ja, es gibt ein einfaches Aber. Dieser Artikel wird wahrscheinlich von wenigen Leuten gelesen werden. Zwei Gründe zur These: Der erste Grund ist, dass der Inhalt über die Logistik spricht (ok, wahrscheinlich werden ein paar Logistiker sicher die Mühe machen den Artikel zu lesen, und eventuell auch ein paar Kombattanten). Der zweite Grund ist, weil der Text durch einen Hauptmann verfasst worden ist. Selbst wenn es ein Major oder sogar ein Oberstleutnant wäre, besteht das reale Risiko nicht ernst genommen zu werden („er hat zu viel Zeit“ oder „er muss an seiner Stufe denken“). Wenn der gleiche Artikel durch ein HSO der Schweizer Armee geschrieben würde, hätte er sicher mehr Likes erhalten. Von meiner Seite her, habe ich den Artikel mit sehr grossem Interesse gelesen.

Aussage 1

Der Inhalt zeigt dem Leser die Wichtigkeit, nicht nur über die Logistik zu reden, sondern auch die Logistik in den Kampfübungen zu testen: Damit meine ich, konkret zu üben. Dieser Gedanke, gilt meiner Meinung nach sowohl für die praktischen Übungen im Gelände, als auch für die Simulationen.

If a convoy is attacked and the observer-coach/trainer assesses that one fuel truck and one palletized load system carrying meals ready-to-eat have been destroyed, then why allow the resupply to continue to its destination? If that destruction were reality, then the logistics planners would have to work together to develop a resupply plan.

Das Zitat aus dem Artikel zeigt klar, wie wir konkreter und effektiver während der Übungen unsere Vorgaben umsetzen können. Die Probleme im Logistik Bereich, sind auch Probleme einer Aktionsplanung, oder besser gesagt der Lageverfolgung. Wenn Knappheiten in den Ns Klassen aufgedeckt werden und der Nachschub aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, soll der S3 oder die Truppe zwingend mit dem Problem betraut gemacht werden; Konkret ein Delta feststellen und eine Lösung erarbeiten. Häufig beschränken wir uns zu stark auf die taktisch kämpfenden Elemente. Ach, die Logistik ist selbstverständlich (sagen die Besserwissen).

Weiter zeigt der Artikel auch die – bei uns auch ein Thema – Schwierigkeiten bezüglich der Sicherheit.

Aussage 2

Somit habe ich nicht gesagt, dass bei uns alles falsch ist. Im Gegensatz wir leisten gute Arbeit. Was ich persönlich anstrebe, ist ein verstärkter Fokus der Logistik bezüglich den Übungen. Eine Reorganisation ist quasi eine rein logistische Angelegenheit der Einsatzlogistik und der Basis, während ein logistisches Problem, anlässlich einer laufenden Operation, auf alle Bereiche der Truppenkörper übergreift. Dort müssen wir den Fokus positionieren. Wenn wir eine Einsatzübung machen, müssen wir auch kohärent die Logistik berücksichtigen. Wenn 10 Panzer out sind, wenn ein Konvoy vernichtet ist. Und wenn das Mittagessen nicht vorhanden ist, weil dieses im Konvoy war … eben … es wird leider nicht um punkt 1200 gegessen, sondern man greift auf die Notrationen zurück (wenn diese überhaupt vorhanden sind).

Und nun hier der Link zum Artikel: Protecting the tail of the tiger: Reshaping the way we train logistics

Beitragsbild: Rappazzo Alessandro| Source: FDT 2012, Spit Bat 5 | CCO License
Grafik: rappazzo.org

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Modernes Leadership in der Armee

Miles-Verlag
ISBN 978-3-945861-49-3, März 2017

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Das Buch setzt sich mit dem aktuellen und zukünftigen Leadership auseinander. In dessen Mittelpunkt steht der Mensch und die Frage nach dem Warum.

Der Autor zeigt innovative Ansätze und moderne Methoden auf, damit junge Führungskräfte von heute erfolgreiche Leader von morgen werden.

Das Buch behandelt folgende sechs Thesen:

  1. Zur Erreichung einer höheren Leistungsfähigkeit ist eine nachhaltige Sinnvermittlung zwingend.
  2. Die Leistungsfähigkeit profitiert von der militärisch-zivilen Vereinbarkeit.
  3. Verständnis der Menschen-Generation ist ein Erfolgsfaktor zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft.
  4. Die Technologisierung der Gesellschaft hat Konsequenzen auf das Leadership.
  5. Das Beherrschen der VUCA-Welt ist eine unverzichtbare Fähigkeit des Leaderships in der Zukunft.
  6. Die Auftragstaktik hat seine Berechtigung in einer komplexen und modernen Gesellschaft.

Der Autor kombiniert eine fundierte Literatur mit aktuellem Forschungshintergrund und seiner persönlichen Führungserfahrung. Damit zeigt er Führungskräften Verbesserungsmöglichkeiten im zivilen und militärischen Leadership auf.

 

Beitragsbild: Alessandro Rappazzo | Source: rappazzo.org | CCO License

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Ein Blick in eine mögliche Zukunft. Gedanken, am Rand der digitaler Revolution

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges rückte die französische Armee mit ausgeprägten rotfarbigen Uniformen vor. Bereits nach den ersten Kämpfen merkte man, dass die bis jetzt sichtbaren Uniformen ein klarer Nachteil waren. Die Uniformen wurden bald ersetzt.

Moral der Geschichte: Wer die Zeichen der Zukunft ablehnt, hat seinen Job nicht gemacht.

AmatVictoria

Vernetzung und Planungsarbeit

Die zunehmende Vielfältigkeit der Operationen bzw. militärischen Aktionen, bei der die Gefahr durch die Hybridität durch die Digitalisierung der Gesellschaft und des Gefechtsfeldes komplexer ausprägt ist, führt zu einer angepassten bzw. anderen Betrachtungsweise bezüglich des Einbezugs der Logistik und der Führungsunterstützung.

Das klassische Vorgehen der Aktionsplanung hat sich durch all die Jahre bewährt, wenn die klassische Bedrohung durch zwei Fronten – uns besser als ROT und BLAU bekannt – gegeben ist und Technik eine primordiale Rolle spielt.

Bis zum Ende des Kalten Krieges genügte die Absprache zwischen dem Taktiker und den unterstützenden Diensten, um eine Planung zu konzipieren. In den letzten Jahren wird aufgrund der modernen Technik und der brisanten Rolle der Digitalisierung resp. durch die Vernetzung der Gesellschaft und konsequenterweise der militärischen Strukturen eine vertiefte Integration der unterstützenden Aspekte im taktischen Denken vor der Konzeptphase nötig. Konkret heisst dies, dass Vorentscheidungen, sei es in Form von Handlungsrichtlinien, sei es in Form eines Teilkonzepts, notwendig sind.

Lassen wir uns vom folgenden Motto leiten: „The best way to predict the future is to invent it“ (Alan Kay).

PredictFuture

Ein guter Stab und ein bedachter Kommandant überprüfen die Taktik an den Aspekten der Logistik und der Unterstützung. Der Unterschied zwischen gestern und heute ist die starke und unabdingbare Abhängigkeit vom Netzwerkdenken und der technischen Umsetzung. In der Vergangenheit war es einfacher, die Logistik und die Führungsunterstützung in der Konzeptphase an die Bedürfnisse der Taktik anzupassen. Das Prinzip der Logistik und FU dient heute dazu, mittels Digitalisierung des Gefechtsfelds und einer kontinuierlichen Anpassung aufgrund von Planungsfehlern eine Aktion zu beeinflussen. Die Logistik und die Führungsunterstützung sind immer da, um Wünsche zu erfüllen. Wunder bleiben aber dennoch ausgeschlossen.

Der Irrtum

In der Aus- und Weiterbildung ist ein besonderer Akzent immer auf die Taktik gerichtet. Es soll auch künftig so sein. Man geht davon aus, dass der Rest (was auch immer das ist) selbstverständlich ist. Das ist ein purer Irrtum. Die Betrachtung des Wortes Taktik ist diesbezüglich neu durchzudenken (wenn Puristen der Taktik hier am Lesen sind) oder anzupassen (wenn Neulinge in der Welt der Taktik die ersten Schritte wagen). Es geht nicht mehr darum, in einen Raum zu gehen, dort einen Angriff oder eine Verteidigungsaktion zu gestalten und anschliessend nach Hause zu gehen.

Ein Wort in aller Munde. Hybridität

Die Hybridität zwingt den modernen Entscheidungsträger, vor dem Entschluss eine breitere Auswahl an Entscheidungskriterien in Kauf zu nehmen.  Schutzaufträge sind somit eng mit Durchhaltefähigkeit, Infrastruktur, Nachschubwegen oder Kommunikationsinfrastruktur-Standorten sowie mit dem sogenannten Cyberspace und/oder Sensorwirkungsverbund verbunden. Weiter beeinflusst die zwingende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen staatlichen und/oder auch nicht staatlichen Akteuren den Entschluss. Kurz gesagt: Der Chef kann nicht mehr alleine entscheiden, trägt aber die Einsatzverantwortung. Eine oberflächliche Betrachtung der Logistik bzw. der Führungsunterstützung kann den Erfolg einer Operation stark einschränken.

Selbstverständlich war die Hybridität auch in der Vergangenheit ein Thema. In Bezug auf die bevorstehende Zukunft war das Spektrum des Einsatzfeldes mit der Steinzeit vergleichbar: keine entscheidende Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren, Eingrenzung zwischen Einsatzraum und Einsatzgebiet, tiefere Technologie und längere Reaktionszeiten. Ja, meine Herren, in Zukunft werden wir dies deutlich erkennen. Es ist mit einer disruptiven Situation zu vergleichen. Menschen, die den Trend der Entwicklung mitverfolgen und trotz der disruptiven Lage den Eintritt in die Welt 4.0 verstanden haben, werden die Bedeutung rasch erkennen und mögliche Lösungen oder Anpassungen schmerzlos vornehmen.

Dieser Artikel ist auch auf Armee-Logistik zu lesen (Armee-Logistik, März, Nr. 3, S. 12-14)

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Es eilt – vermeiden wir Zeitdruck

Die uns bevorstehende Digitalisierung der Gesellschaft (Wirtschaft, staatliche/nicht staatliche Akteure) und konsequenterweise des Gefechtsfeldes zwingt uns, unser Vorgehen zumindest zu reflektieren. Fanions, Tauben, Morsealphabet, Telefon, Packpapier, 5+2 usw. waren oder sind teilweise noch bewährte Mittel, um Aktionen zu planen und Prozesse effektiv und effizient zu steuern.

In einer Welt, in der es wichtig ist, rasch zu reagieren (unter der Notwendigkeit, sich Zeit zu nehmen), ist es überlebenswichtig, uns vor den bevorstehenden und unverzichtbaren Herausforderungen zu wappnen. Diejenigen, die die Fähigkeit besitzen, rasch und wirkungsvoll zu reagieren, haben mögliche Chancen, den Sieg zu deklarieren – „Amat Victoria Curam“. Der Begriff „rasch“ bedeutet hier die Fähigkeit, die Stärke der Digitalisierung und der Vernetzung zu Gunsten einer Strategie resp. einer Taktik voll und ganz ausnützen zu können.

Es geht nicht nur um eine Frage der Digitalisierung des Gefechtsfeldes. Das wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Es geht auch nicht darum, zu denken, dass die Miliz dies kann oder nicht kann. Unser Milizsystem ist auch im Wandel der Zeit anders geworden. Digitalisierung heisst einfach: neue Chancen sowie Gefahren. Nein, es geht um die Einstellung der wichtigsten Ressource, die wir haben, nämlich der Menschen. Die besten Prozesse und Technologien nützen überhaupt nichts, wenn wir diese nicht wirkungsvoll einsetzen. Die Herausforderungen der nächsten Jahre  sind a) aus der Welt der Digitalisierung und Vernetzung das Beste herauszuholen, b) aus den Vorteilen der Revolution 4.0 unsere Prozesse anzupassen und c) die Einstellung der Chefs auf die neuen Technologien auszurichten. Nicht ausgeschlossen ist, dass Morsealphabet, Taube und Packpapier auch in Zukunft eine Rolle spielen werden.

Die künstliche Intelligenz im Dienst der Analyse

Die Revolution der Digitalisierung bietet nicht nur negative Aspekte, sondern auch Chancen. Big Data ist seit Jahren ein Thema. Der Mensch verfügt heute über fast unbeschränkte Daten. Die künstliche Intelligenz eröffnet der Menschheit neue Wege in der Analyse. Die Kombination der Analyse von Big-Data mit künstlicher Intelligenz kann nicht nur komplexe Aspekte untersuchen, sondern auch Resultate in eine kurze Zeit liefern. Eben Zeit gewinnen. Eine vernünftige Verwendung der Big-Data und die darauffolgende Analyse kann dem zuständigen Analytiker oder der Führungskraft Aspekte zeigen, die erst in Monaten, eventuell aber auch schon heute brauchen kann. Entscheid und Umsetzung wird aber immer beim Mensch bleiben. Das ist übrigens keine Theorie. Artificial Intelligenz ist eine Realität.

Es lebe die Logistik

Wenn der Leser das Gefühl hat, dass die Thematik Logistik in diesem Artikel in Vergessenheit geraten ist, ist das teilweise richtig. Die Logistik sowie alle anderen Bereiche einer Operation können nicht in Silos betrachtet werden, sondern nur als Gesamtsystem. Nur Fakten zu besprechen, ist einfacher, als Trends vorherzusehen. Das ist aber eine intellektuelle Herausforderung, die ich gerne annehme.

Ein vielzitierter Aphorismus besagt: „Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Im Folgenden sind einige Erwartungen oder möglichen Entwicklungen, schwergewichtig auf die Logistik bezogen, angeführt:

  • durchgängige Datenintegration durch aller Kommandostufen
  • interaktive, vielfältige und rasch verknüpfte Analyse der logistischen Bedürfnisse
  • Logistik, die nicht nur schnell Daten und Planungen erfassen kann, sondern mit konkreten Daten und möglichen Varianten bereits am Anfang der Aktionsplanung der Taktik dient
  • Durchgängigkeit durch die Stufen
  • Verbindlichkeit der Prozesse und Abläufe
  • Raschheit in der Erfassung bzw. Erteilung der Ereignisse

GehtNicht

Ist das nur eine reine Fantasie? Ja, vielleicht. Die Bücher von Jules Verne waren früher auch Science-Fiction. Wer verstehen will, hat verstanden. Manchmal habe ich das Gefühl, wir konzentrieren uns viel mehr über die möglichen negativen Folgen als auf die positiven Aspekte dieser Entwicklungen.

Hier der Link zum Artikel in pdf: Logistik 4.0

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Già, la regola di Pareto dice: „che il 20% delle cause produce l’80% degli effetti quindi, ad esempio, il 20% dei vostri clienti genererà l’80% del fatturato e, ancora, il 20% delle vostre giacenze di magazzino costituirà l’80% del suo valore o, come scoprì l’economista e sociologo italiano Vilfredo Pareto nel 1897, il 20% della popolazione inglese possiede l’80% del denaro“. Ok, fino a qua tutto chiaro. Niente da ridire.

Sì può così anche dire, che una volta che si è svolto il 20% di un lavoro, abbiamo raggiunto l’80% di risultato. Mica male! Condivido in pieno. Il più delle volte, sono d’accordo con questo principio. La speranza è anche quella, che il famoso 20% di lavoro sia anche paragonabile ad un lavoro di qualità.

Ma come tutte le regole, dettate da buone ragioni, esiste anche la possibilità di un utilizzo – non proprio positivo – ai propri fini. Parlo dei fannulloni; parlo di persone che si accontentano solo di un certo risultato e dimenticano di cercare l’eccellenza. Parlo di quelle persone che antepongono i propri interessi personali a scapito della propria missione. Parlo di quelle persone che mirano solo ed esclusivamente alla propria carriera e che venderebbero – in un certo senso – la propria madre. Certo avere i propri obiettivi, voler raggiungere un determinato livello nella propria carriera è più che lecito. Nessuno lo mette in discussione.

L’eccellenza, cioè lavorare ancora per il rimanente 80% per colmare il 20% (uguale qualità-eccellenza) è un fattore da non dimenticare. Non ci si può sempre nascondere dietro „ehi, ho fatto il mio 20% e ho risolto l’80% del problema“. Non così non ci sto! Quindi – e forse mi posso anche sbagliare – io diffiderei di tutti quelli che si appigliano veementemente a questa regola, solo per giustificare – forse – un’accentuata propensione al minimalismo. Ma come sempre è una mia piccola opinione.

Beitragsbild: pexels.com | Source: Vedanti| CCO License

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In den Postings von Sozialen Medien ist nicht selten darüber zu lesen, was die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber erwarten. Der Mitarbeiter will das, das und noch etwas. Er oder sie erwarten dieses oder jenes. Sicher ist das gut und recht, doch wäre es auch vernünftig, sich zu fragen, ob man als Mitarbeiter über die nötigen Fähigkeiten und eine grundsätzlich positive Einstellung gegenüber der Firma verfügt. Wenn nur noch auf dem Modus der Erwartung und kaum mehr auf Bereitschaft operiert wird, ist sicher die Zeit gekommen, die Firma so bald als möglich zu verlassen.

Diese Gedanken sollen uns zwingen, die Situation in der (selbstkritischen) Ich-Perspektive zu betrachten. Konkret handelt es sich darum, sich zu fragen, inwieweit man als Arbeitnehmer noch bereit ist, die Philosophie, die Kultur und die erwarteten Leistungen des Unternehmens zu verinnerlichen resp. zu akzeptieren und zu leben. Die Gurus im Leadership, die Influencer, sind sehr verschwenderisch bezüglich der Tricks und Tipps. Hier ein Bild als Beispiel:

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Das mag ja sein und ist richtig und vernünftig. Es ist aber nur die halbe Geschichte. Lassen Sie mich kurz die andere Seite erwähnen, nämlich welche Erwartungen der Arbeitnehmer hat. Oh ja, die Führungskräfte sollen zwingend 10 Punkte berücksichtigen, damit die Angestellten nicht davonlaufen. Das haben Sie sicherlich gerade gelesen.

Die Idee zu dieser kurzen Reflexion kam, nachdem ich mehrere Male das folgende Bild gesehen hatte. Es gefällt mir. Ja, sicher entspricht es auch einem modernen Führungsstil. Nehmen wir nun aber die Sichtweise des Arbeitgebers ein. Er hat gewisse Erwartungen. Das ist die alte Geschichte des Gebens und des Nehmens, die der Rechte und Pflichten.

Selbstverständlich hat der Mitarbeitende  wie der Arbeitgeber Rechte und Pflichten. In den Sozialen Medien und in der Presse kursieren zahlreiche fruchtbare Ratschläge für überforderte Manager, quasi Saint-Graal-Rezepte, um als Führungskraft erfolgreich bestehen zu können. „Wenn du erfolgreiche sein will, sollst du diese 10 Punkte verfolgen.“ Der erwähnte X-Punkte-Tipp ist Mode geworden. Alle erfolgreichen Schritte oder alle wichtigen Tipps sollen in wenige Punkte zusammengefasst werden.

Ich bezweifle nicht, dass dieses Vorgehen gewinnbringend ist, im Gegenteil! Diese Methode ersetzt aber nicht die wesentlichen Grundvoraussetzungen jedes Managers: Menschen zu mögen, klare Ziele (für die Organisation) zu setzen, VUCA-Fähigkeiten aufzuweisen, Erfahrungen zu sammeln und nachhaltige Leistungen zu erbringen (siehe meinen Beitrag Modernes Leadership).

mitarbeitern-mussenHeute versuchen wir, anhand von acht Punkten zu definieren, welche Erwartungen der Arbeitgeber an den Mitarbeitern stellt. Das Thema ist sicher spannend und wird wohl nicht überall mit wehenden Fahnen begrüsst, da sich heute die Kritik nicht auf eine Institution richtet, sondern direkt an den Betroffenen, den Mitarbeiter. Im Klartext: Es ist einfacher, eine Firma zu kritisieren, als eine Person, welche die Emotionen und die Betroffenheit schmerzen kann.

Ich habe eine Liste mit den für mich wichtigsten Merkmalen zusammengestellt:

  1. Identifikation mit der Firma
  2. Hilfsbereitschaft
  3. Teamfähigkeit
  4. agieren statt reagieren
  5. Kritikfähigkeit
  6. Respekt gegenüber Kollegen und Vorgesetzten
  7. stetige Weiterbildung
  8. VUCA- und SSEE-Fähigkeiten

Bevor ich mich also frage, was der Arbeitgeber für mich machen muss, sollte ich mich fragen, was ich für den Arbeitgeber machen kann. Die erwähnten 8 Punkte sind eine Summe aus persönlichen Überlegungen, Erfahrung und meiner kontinuierlichen Weiterbildung. Obwohl ich daran glaube (an diese Punkte), ist die wichtigste Übung, mich in die Ich-Perspektive zu versetzen. Ich muss mir klar werden, dass es nicht nur darum geht, was andere für mich machen können (müssen), sondern auch darum, was ich zu leisten bereit bin, um meine volle Berechtigung in einer Organisation zu finden. Wahrscheinlich hat diese Suche mit dem Sinn zu tun. Sie können auch meinen Beitrag Gedanken über Leadership lesen.

Nicht nur der Vorgesetzte soll eine Sinnvermittlung pflegen, sondern auch wir als Mitarbeiter müssen unseren Sinn in unserer Arbeitswelt suchen, finden und (noch wichtiger) leben.

Identifikation mit der Firma

identifikation

Freude, strategische Ausrichtungen der Firma verstehen, unterstützen und miterleben, sich für die Firma positiv engagieren, einfach einen Beitrag leisten, einen Mehrwert erbringen

Hilfsbereitschaft

bereitschaft

Fähigkeit, seinen Kameraden oder Vorgesetzten zu helfen, sie zu unterstützen.

Teamfähigkeit

team

Wer heute oder morgen alleine entscheiden will, hat verloren. In der heutigen Gesellschaft ist eine Entscheidung zwar Sache des Chefs, aber gleichzeitig auch die Summe (Weg zum Ziel) von Interaktionen, die nur dank des Beitrags des Teams möglich ist. Teamfähigkeit bedeutet, seine eigenen Bedürfnisse zugunsten des Teams zurückzustellen. Teamarbeit muss aber mit Effektivität und Effizienz verbunden sein, sonst werden viel kostbare Zeit und Ressourcen verschwendet. Siehe auch meinen Beitrag Die sieben Todsünden für die Stabsarbeit.

Agieren statt reagieren

agieren-reagierenAuftragsvorgehen (Auftragstaktik) versus Befehlsvorgehen (Befehlstaktik): Ich bin der festen Überzeugung, dass das erste zu bevorteilen ist. Es geht darum, die eigene Verantwortung wahrzunehmen, und nicht immer etwas von oben zu erwarten. Es geht darum, im Sinne des Chefs seinen eigenen Verantwortungsbereich voll zu nützen. Und wenn Sie noch Zweifel über Befehlstaktik haben, können Sie auch den folgenden Beitrag lesen: Micromanagement: ein verhängnisvoller Trend für erfolgreiche Führung.

Kritikfähigkeit

kritikDie Welt und das Leben sind nicht nur aus Süssigkeiten oder Belohnungen gemacht. Es gibt auch Situationen, welche nicht komfortabel sind. Selbstkritik und die Fähigkeit, Kritik zu akzeptieren, sind ein Muss. Siehe auch meinen Beitrag Kritisiere mich und du bist erledigt.

Respekt gegenüber Kollegen und Vorgesetzten

respektAuch die Kameraden oder die Vorgesetzten sind keine reinen Nummern. Es sind Menschen, Menschen mit Stärken und Schwächen. Der Mensch ist ja unsere Schlüsselressource. Ob wir wollen oder nicht, es ist einfach so. Wir müssen stetig in das Personal investieren. Zweifel? Lesen Sie auch den folgenden Beitrag: Personalführung – Codename der Mitarbeiter X100.400.435.

Stetige Weiterbildung

stetigeKonkret heisst stetige Weiterbildung, sich nicht nur während der Arbeitszeit weiterzubilden, sondern sich (zusätzlich) in der Freizeit oder spät am Abend die Zeit zu nehmen, sich weiterzubilden. Weiterbildung für die auszuübende Funktion sowie für eine Fortsetzung der Karriere ist heutzutage ein ständiger Begleiter.

VUCA- und SSEE-Fähigkeiten

vucaVolatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität sind nicht nur Wörter, sondern auch Grundfähigkeiten der heutigen und künftigen Leader. Der Mensch ist aber ein Individuum, das sich schnell an eine Situation gewöhnt. Das gibt Sicherheit. Das ist auch recht so. Das ist unsere SSEE-Welt (stabil – sicher – einfach – eindeutig). Als Kader oder Mitarbeiter müssen wir bereit sein, uns schnell aus unserem sicheren Hafen zu begeben und uns an eine neue Situation anzupassen. Um dies zu ermöglichen, brauchen wir nur eines zu tun: üben, üben, üben. Wenn Sie mehr über VUCA erfahren wollen, können Sie folgenden Artikel lesen: Was brauchen die Stäbe in einer VUCA-Welt, mehr Spinnen oder mehr Seesterne?

Was ich mit diesen wenigen Zeilen versucht habe, den Lesern zu vermitteln, ist, dass es an der Zeit ist, über die gegenseitigen Erwartungen der Involvierten nachzudenken. Die Tendenz ist, immer nur die eigene Seite zu betrachten. Ich bin der Mittelpunkt und die andere Seite kann ich vergessen. Meine Absicht war es somit, aufzuzeigen, dass auch wir (grosse) Leistungen erbringen müssen, wenn wir grosse Ansprüche an den Arbeitgeber stellen.

Wenn wir nicht bereit sind, den Blickwinkel unseres Gegenübers zu verstehen, sind wir einfach am falschen Platz und schaden der Organisation und den Arbeitskollegen. Wir können keinen Mehrwert für uns selber und für die Organisation generieren. Unser Ich ist somit am falschen Platz. It’s time to go or to act differently.

Beitragsbild: Alessandro Rappazzo
Grafik: rappazzo.org

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