Was uns eine Tasse sagen kann

Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Tasse vor sich haben, genau wie auf dem Bild. Die erste Überlegung, die ich mit Ihnen anstellen möchte, bezieht sich darauf, warum wir alle darin übereinstimmen, eine Tasse im Bild zu identifizieren. Die Antwort lautet: Es wurde uns beigebracht. Menschen, die das Objekt sahen, einigten sich im Laufe der Zeit darauf, dass es «Tasse» genannt wird. Der Begriff «Tasse» trägt noch einige andere Kodierungen in sich. Diese machen das Objekt «Tasse» zu dem, für das es gedacht ist, und zum dem, wofür wir es verwenden, nämlich zum Trinken. Aber dieser Gegenstand respektive dieses so definierte und verstandene Objekt kann auch für andere Zwecke genutzt werden, z.B. als Federhalter, als stumpfes Instrument (also als Waffe), als Dekoration oder als Vase. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten des Gebrauchs. Wenn Ihnen nichts einfällt, geben Sie einem Kind eine Tasse. Bald werden Sie feststellen, dass ein Kind, das den Wert der Kodifizierung noch nicht kennt, die Tasse in einer vielfältigen und mit einer für uns Erwachsenen unglaublichen Phantasie nutzen wird.

Die Tasse und die Führungstätigkeiten

Am heutigen Tag soll die Tasse noch mehr sein. Sie soll als eine Metapher für ein Problem stehen. Als erstes soll sie uns eine Gefahr vor Augen führen, ein Problem, mit dem wir konfrontiert sind, das wir zu schnell oder (schlimmer noch) zu oberflächlich beurteilen.

Um diese Gefahr zu verhindern, müssen wir über einen sehr präzisen Code, der gleichzeitig flexibel genug ist, um mit jeder Art von Situation umgehen zu können, verfügen. Wir stellen uns vor, dass wir auf der Tasse den 5+2-Führungstätigkeiten-Prozess erkennen. Er ist einfach zu merken und kann enorm hilfreich sein, wenn wir ihn bewusst anwenden. Es ist ein Prozess, der mit der Entdeckung und Identifizierung des Problems (das positiver oder negativer Natur sein kann) beginnt, mit der Faktorenanalyse, die unser Handeln beeinflusst, fortgesetzt wird und dann zur Identifizierung von Optionen, die uns ermöglichen, eine oder mehrere Entscheidungen zu treffen, übergeht. Wenn die grundsätzliche Entscheidung gefallen ist, müssen wir unseren Plan finalisieren (entwickeln) und den Kreis der Beteiligten anhand einer glaubwürdigen Geschichte informieren. Wir haben also die Möglichkeit, einen Prozess respektive eine Reihe von Codes zu verwenden, die uns erlauben, durch schwierige Situationen zu navigieren.

Aber unsere Tasse hat uns noch mehr zu sagen. Stellen wir sie uns erneut vor. Dieses Mal finden wir in ihrem Inneren eine Tafel guter Schokolade und eine Packung Kekse. Ein besonderes Merkmal der Führungstätigkeiten ist es, das Netzwerkdenken anzuregen. So kann ich bei Energiemangel etwas gute Schokolade oder ein paar Kekse geniessen, aber auch beides. Für die biologische Notwendigkeit kann ich etwas Flüssigkeit zu mir nehmen: Wasser, einen aromatischen Kaffee oder eine Tasse exquisiten Tee.

Die Entscheidung zwischen Schokolade und Keksen bzw. bezüglich der Getränke zu treffen, gelingt uns, da wir die Fähigkeit haben, in Optionen (Varianten) zu denken und diese zu identifizieren. Das heisst, wir sind in der Lage, verschiedene Wege zur Lösung eines Problems zu identifizieren, ein Prozess, der uns erlaubt, verschiedene Elemente miteinander zu verketten.

Manchmal werden wir mit Problemen konfrontiert, die wir alleine lösen, manchmal brauchen diese Probleme eine gemeinsame Anstrengung. Unser Becher soll uns darin bestärken, dass der 5+2-Führungsprozess sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch auf Team-Basis anwendbar ist, selbst für grössere Gruppenarbeiten wie bei einem Krisenstab.

Aber es gibt noch zwei weitere wichtige Punkte, auf die uns unsere symbolische Tasse aufmerksam machen möchte: Zum einen ist das die Kraft der Visualisierung, also die Fähigkeit, auch komplexe Konzepte einfach und verständlich zu vermitteln, zum anderen ist es die Bedeutung des Wissens, wie man Geschichten mit Massgeblichkeit erzählt. Die erfolgreiche und bekannte Redewendung «Ein Bild sagt mehr als Tausende Worte» lässt sich sehr gut mit unserer Tasse verbinden. Jedes Mal, wenn wir sie in die Hand nehmen, wenn wir sie betrachten, wenn wir aus ihr trinken, sollte sie uns daran erinnern, wie wichtig es ist, einen einfachen, flexiblen Prozess zu haben, den wir bei unseren täglichen Aktivitäten anwenden können, und zwar am richtigen Ort und zur richtigen Zeit. Der zweite Aspekt, also die Fähigkeit, Geschichten erzählen zu können, ist ebenfalls wichtig. Die besten Absichten, die besten Projekte und die besten Ideen können wir vergessen, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Botschaft zu vermitteln und den adressierten Personenkreis mit empathischen und emotionalen Fähigkeiten  einzubeziehen (Sinnvermittlung). Natürlich ist der Inhalt die Basis der Botschaft, unterschätzen Sie aber nie das Engagement, das Sie mitsenden!

Und so nehmen wir diese Tasse in die Hand und erkennen, dass sie nicht nur eine einfache Tasse ist. Ist unsere Tasse ein Überlebensstand, ein Spickzettel, ein Lustobjekt oder etwas ganz anderes? Unsere Tasse kann vieles sein. Was auf den ersten Blick als ein einfaches Objekt erschien, hat gezeigt, dass es mehr sein kann als nur ein Behälter für Flüssigkeiten.

Nur eine Tasse?

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Veröffentlicht von Rappazzo

Executive MBA @FHGR | Eidg. dipl. Berufsoffizier @MILAK, ETH ZH, Autodidaktisches Philosophie-Studium

2 Kommentare zu „Was uns eine Tasse sagen kann

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